Vogelfotografie mit dem Sony FE 90 2,8 Macro G OSS

Vogelfotografie mit dem Sony FE 90 2,8 Macro G OSS

Vögel suchen sofort das Weite, wenn man sich ihnen nähert. Deshalb nutzen Vogelfotografen große Telebrennweiten. Mit ein wenig Glück, viel Geduld und etwas Technik gelingen auch mit einem 90 Millimeter Makroobjektiv Vogelbilder.

Vogelfotografie ist, ähnlich wie Sportfotografie, die Domäne der langen Brennweiten. Ab 300 Millimeter wird es langsam interessant, meistens kommt noch ein 1,4fach- oder ein 2fach-Konverter dazu. Viele Fotografen greifen sogar zu Objektiven mit 400 bis 600 Millimeter Brennweite. Diese ermöglichen ohne Zweifel tolle Bilder außerhalb der Fluchtdistanz, sie belasten aber nicht unerheblich den Kontostand. Brennweite plus Lichtstärke heißt im Regelfall, mit fünfstelligen Budgets konfrontiert zu werden. Sogar die Kombination 300/4,0 Teleobjektiv plus Konverter liegt oft jenseits der 2000 Euro-Marke.

Ich habe zwar kein Teleobjektiv für die Sony a7 (abgesehen davon: Sony bietet in diesem Segment kaum Auswahl beim E-Mount), wollte aber dennoch den Versuch unternehmen, Wintervögel an Futterstellen im Garten abzulichten.

Aufbau: Sony a7, FE 90/2,8 Macro G OSS, Gorillapod, CameraApp

Der Plan war, die Kamera nahe an einer der Futterstellen im Garten anzubringen und per App über ein Tablet aus einiger Entfernung auszulösen. Als Stativ nutzte ich ein Gorillapopd 3K. Das Stativ und die Kamera wurden zirka 50 Zentimeter von einem Futterplatz auf einem Ast befestigt. Die Kamera wurde mit der CameraApp “smart remote control” von Sony eingestellt, fokussiert und ausgelöst.

Praxiserfahrung

Grundsätzlich funktioniert dieser Aufbau, aber man muss den einen oder anderen Nachteil in Kauf nehmen. Die Auslöseverzögerung ist deutlich spürbar und die Vögel reagieren auf das Auslösegeräusch häufig mit Flucht. Ein weiterer Nachteil ist, dass man an genau einen Bildausschnitt gebunden ist. Sitzen die Vögel etwas weiter links oder rechts, dann heißt es warten, bis wieder einer  ins Bild hüpft. Einschränkungen gibt es auch beim Fokussieren. Das Fokusfeld kann, wenn die App-Steuerung aktiv ist, zwar beliebig am Tablet-Touchscreen verschoben werden, seine Größe ist aber festgelegt. Es ist mitunter schwierig, das Fokusfeld genau und schnell genug zu setzen. Eine dynamische AF-Verfolgung gibt es über die App-Steuerung nicht. Man muss also mit einigen komplett falsch fokussierten Bildern rechnen.

Dass die Kamera so nahe an der Futterstelle steht, ist hingegen kaum ein Problem. Die Vögel nähern sich zwar langsam und vorsichtig, aber sie kommen. Die WLAN-Verbindung, die mit der App zwischen Tablet und Kamera aufgebaut wird, ist stabil und reicht weit genug, sodass man sich 20 oder 30 Meter entfernt aufhalten kann.

Anderer Bildlook

Der Look der Bilder ist etwas anders als bei Aufnahmen mit Teleobjektiven. Die Bilder haben eine geringere Tiefenschärfe. Das hängt mit der kurzen Aufnahmedistanz und dem hohen Abbildungsmaßstab des Makroobjektivs zusammen. Ich habe mit Blenden zwischen 4 und 8 fotografiert, würde bei besserem Wetter aber eher in Richtung Blende 11 bis 16  gehen.

Hier eine kleine Galerie von den ersten Versuchen. Zu sehen sind Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Kleiber, Erlenzeisige, Buntspecht und Schwanzmeise.

 

chrib
studierte Technische Biologie und Wissenschaftskommunikation. Er arbeitet als Texter und Fotograf für Unternehmen, Agenturen und Organisationen.

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